{"id":87,"date":"2011-10-19T13:48:40","date_gmt":"2011-10-19T13:48:40","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.vfl-grafenwald.de\/?page_id=87"},"modified":"2012-11-08T12:57:52","modified_gmt":"2012-11-08T11:57:52","slug":"einrad-fahren-lernen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.vfl-grafenwald.de\/?page_id=87","title":{"rendered":"Fahren lernen"},"content":{"rendered":"<p>Peter Hahn\u00a0\u00a0 4\/06<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"mailto:Hahn.BJMP@t-online.de\">Hahn.BJMP@t-online.de<\/a><\/strong><\/p>\n<p><em>Die <span style=\"color: #ff0000;\">rot<\/span> markierten Stellen sind spezielle Infos f\u00fcr Eltern und Trainer<\/em><\/p>\n<p><strong>Das Einradfahren<\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Informationen zum schnellen Lernen und Vermitteln f\u00fcr Trainer und Lernende<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Grundbedingungen des Einradfahrens und \u2013lernens<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Einradfahren ist einst\u00e4ndiger <strong>Balancevorgang<\/strong>. So wie es leichter ist, einen graden Stiel zu balancieren, ist es auch beim Einradfahren.<br \/>\nDie <strong>Sattelstange setzt sich in der Wirbels\u00e4ule<\/strong> des Einradfahrers <strong>fort<\/strong>.<\/p>\n<p>\u00a0Das Gehirn sollte beim Anf\u00e4nger Zeit bekommen, mit <strong>entspannte<\/strong>r <strong>Muskulatur<\/strong> die Situation auf dem Einrad kennen zu lernen, zu errechnen und schlie\u00dflich chemisch zu speichern. Es ben\u00f6tigt daf\u00fcr nach Erfahrungen rund zwanzig Minuten. Man lernt auch anders das Gleichgewicht zu halten, dann besteht aber die Gefahr, dass man die dabei angstbedingte Muskelverspannung hinzulernt.<\/p>\n<p>Und Einradfahren funktioniert immer nur optimal bei entspannter elastischer Muskulatur. Das gilt selbst beim Bergauffahren und bei kraftaufwendigen Tricks.<\/p>\n<p>Drei Grundregeln sind unbedingt zu beachten:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Ein z\u00fcgiges Vorw\u00e4rtsfahren erleichtert die Balance.<\/strong>Die Massentr\u00e4gheit des K\u00f6rpers verhindert dann das Abkippen nach recht und links.<\/li>\n<li><strong>Nur soviel\u00a0 Kraft einsetzen, wie f\u00fcr den Trick erforderlich ist<\/strong>. Jedes Zuviel an Kraft muss wieder aufgefangen werden und nimmt zumindest dem Fahren die Eleganz. Einige Tricks gelingen dann nur schlecht.<\/li>\n<li><strong>Kraft flie\u00dfen lassen<\/strong>und bei der Abfolge von Tricks f\u00fcr den jeweils n\u00e4chsten mit einsetzten.<\/li>\n<li><strong>Kraft <\/strong>bei H\u00fcpf- und Sprung\u00fcbungen <strong>im K\u00f6rper speichern<\/strong> und bei Bedarf wieder freigeben.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><strong>Einstellung des Einrads, Kleidung und K\u00f6rperhaltung<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Die <strong>Pedalen<\/strong> werden mit <strong>den Fu\u00dfspitzen getreten<\/strong>. Die Schwingf\u00e4higkeit des Fu\u00dfgew\u00f6lbes ist notwendig, um rund treten zu k\u00f6nnen und die Wadenmuskeln zu entlasten. Einige Tricks, bei denen es auf das Speichern von Energie ankommt, w\u00fcrden sonst auch nicht zufrieden stellend gelingen.<\/p>\n<p>Es gibt nur eine M\u00f6glichkeit, die <strong>richtige Sattelh\u00f6he<\/strong> zu ermitteln, n\u00e4mlich den Einradfahrer auf das Ger\u00e4t zu setzen. Das Bein muss noch ein wenig eingeknickt sein.<\/p>\n<p>Bitte darauf achten, von Anfang an <strong>gepolsterte Radlerhosen<\/strong> zu tragen. Im Schritt verlaufen viele Adern und Nerven, die es, nicht nur speziell beim Mann, nicht m\u00f6gen, auf Dauer gepresst und abgedr\u00fcckt zu werden. In diesem Zusammenhang auch nicht am Preis f\u00fcr den ergonomischen Sattel sparen. Bei einem zu weichen oder einem zu harten ist die Belastung f\u00fcr das Ges\u00e4\u00df gleich \u201eschmerzhaft\u201c zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Das richtige <strong>Pedal ist Sicherheitsfaktor<\/strong> Nummer eins. Die Pedale sollten mit ihren Noppen den Schuh auch dann noch halten, wenn bei Fahrten drau\u00dfen die Schuhsohlen einmal nass wurden. Solche geeigneten Pedale sind preiswert im Fahrradhandel zu bekommen. Eine Bemerkung noch zu den Schuhen. Sie sollten eine m\u00f6glichst d\u00fcnne Sohle haben, damit der Sportler das Pedal noch \u201ef\u00fchlt\u201c bzw. \u201eim Griff hat\u201c<\/p>\n<p>Abgesehen von einigen Spezialtricks ben\u00f6tigt man f\u00fcr das Einradfahren einen <strong>stark aufgepumpten Reifen<\/strong>. Das normale 20-Zoll Halleneinrad sollte helle Reifen haben. Gutes Einradfahren lernt man in der Halle. In einigen sind aber nur helle zugelassen. Mit hellen Reifen kann man durchaus auch drau\u00dfen fahren. Man muss sie nur eben vor der Hallennutzung wieder reinigen.<\/p>\n<p>Pflicht f\u00fcr jeden, der au\u00dferhalb der Halle f\u00e4hrt, ist es, <strong>Knieschoner und Radlerhandschuhe<\/strong> zu tragen. Wenn man f\u00e4llt, f\u00e4ngt man sich in der Regel reflexartig mit den H\u00e4nden ab und streift zum Schluss mit den Knien am Boden.<\/p>\n<p>Eine kurze Anmerkung in diesem\u00a0Zusammenhang zum Unfallrisiko und dem Helmtragen. Der Einradfahrer\u00a0 befindet sich in Fu\u00dfbankh\u00f6he mit den F\u00fc\u00dfen \u00fcber dem Boden. Die Fahrgeschwindigkeit in der Halle und drau\u00dfen beim Einradwandern ist mit rund 12km\/h nicht sehr hoch. <strong>Das Einrad f\u00e4llt<\/strong> zudem physikalisch, im Gegensatz zum Inliner, <strong>langsam<\/strong>. Hier beim richtigen Heruntergehen von der Giraffe wird das deutlich. Helme <em>m\u00fcssen<\/em> bei<\/p>\n<p>Stra\u00dfenrennen und <em>k\u00f6nnen<\/em> ansonsten nat\u00fcrlich getragen werden.<\/p>\n<p>Bevor man mit dem <strong>Einradfahren<\/strong> beginnt, ist es hilfreich, sich <strong>bewusst<\/strong> zu <strong>machen<\/strong>,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 beim Normalfahren <strong>bewegt sich der Oberk\u00f6rper kaum<\/strong>,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die <strong>Arme liegen entspannt am K\u00f6rper,<\/strong><\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die Balancehaltung der Arme nur einbringen, wenn es der K\u00f6rper einfordert oder wenn Parade gefahren werden soll,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die Arme <strong>pendeln bei der Normalfahrt nicht,<\/strong><\/p>\n<p>sie sind jedoch bei verschiedenen Tricks unverzichtbare Schwungk\u00f6rper, die es z. Beispiel auch erm\u00f6glichen, den Impuls der Vorw\u00e4rtsfahrt ohne gro\u00dfen Schwungverlust in die R\u00fcckw\u00e4rtsfahrt zu bringen.<\/p>\n<p>Das Einrad ist physikalisch \u00fcber mehr als ein bis zwei Meter nur mir gerader oder nach hinten gestellter Sattelstange zu fahren und zu lenken. Die gerade Stange entspricht der Fahrt auf ebener Fl\u00e4che, die nach hinten gestellte einer mehr oder weniger starken Steigung.<\/p>\n<p>Jedes Vorschieben des Beckens kippt die Stange nach vorne und den Fahrer schlie\u00dflich vom Rad. Also bitte bei allen Tricks beachten: ein <strong>Hohlkreuz <\/strong>bilden hat nichts mit geradem Sitzen zu tun, sondern <strong>behindert grunds\u00e4tzlich das Fahren<\/strong>.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<strong>Die ersten Fahrversuche<\/strong><\/p>\n<p>-Etwas Methodisches vom Lernen-<\/p>\n<p>\u00a0W\u00e4hrenddessen der k\u00fcnftige Einradfahrer ca. 20 Minuten im Barren verbracht und sich dort vielleicht gelangweilt hat, lernte sein Gehirn, wie man auf einem Rad im Stehen die Balance h\u00e4lt.<\/p>\n<p>In den dann kommenden 15 Minuten sollte der oder die Lernende nicht sich selber \u00fcberlassen bleiben. Das Lernen erfolgt unbewusst. Genauso unbewusst k\u00f6nnte auch Falsches gelernt werden.\u00a0<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass der Lernende das Gef\u00fchl hat, sicher gehalten zu werden. Mit beiden H\u00e4nden wird er deshalb nun verbindlich am Arm festgehalten.\u00a0 Er selber sollte sich am Trainer nicht festhalten k\u00f6nnen. Nach und nach, mit zunehmendem Lernerfolg, soll die Hilfe ja verringert werden. Eine noch angstvoll festklammernde Hand bek\u00e4me der Trainer aber nicht gel\u00f6st<\/p>\n<p>Das Lernen gelingt am Schnellsten, wenn st\u00e4ndig das K\u00f6nnen r\u00fcckgemeldet wird. Zu diesem Zweck wird\u00a0 der Arm fest mit Druck gehalten. Sollte der Lernende in diesem Fall sicherer und damit entspannter werden, lockert sich f\u00fcr sie sofort erkennbar der Griff des Trainers. Unsicherheiten, d. h. meist Verspannungen bemerkt er so sofort am festeren Griff.<\/p>\n<p>Generelle Verst\u00e4rker, wie \u201egut\u201c, \u201erichtig\u201c, \u201egenau so\u201c\u00a0 erg\u00e4nzen st\u00e4ndig die Informationen \u00fcber den Lernfortschritt.<\/p>\n<p>Der Lernende muss am Anfang<\/p>\n<ol>\n<li>auf das Balancieren auf dem Einrad,<\/li>\n<li>das gleichm\u00e4\u00dfige ununterbrochene Treten der Kurbel und<\/li>\n<li>auf eine Mindestgeschwindigkeit achten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das \u00fcberfordert nat\u00fcrlich. Deshalb wird erst Balancieren, dann Balancieren und gleichm\u00e4\u00dfiges Treten und dann zus\u00e4tzlich noch die Geschwindigkeit ge\u00fcbt.<\/p>\n<p>Nach drei bis vier Hallenl\u00e4ngen gen\u00fcgen fast immer schon das Festhalten mit einer Hand, dann mit stark gelockerter Hand und schlie\u00dflich nur noch das Halten am kleinen Finger. Die zweite Hand des Trainers ist jederzeit in der Lage, wieder vollen Halt zu gew\u00e4hrleisten<\/p>\n<p>Einige Empfehlungen noch zum Schluss:<\/p>\n<p>Verzichten sie als Trainer darauf, auf Fehler hinzuweisen. Dies kann leicht als Tadel verstanden werden und w\u00fcrde zu Verspannungen f\u00fchren. Nur auf jeden neuen kleinen Erfolg wird hingewiesen.<\/p>\n<p>Der Trainer sollte humorvoll mit ruhiger Stimme das Lernen begleiten.<\/p>\n<p>Arbeiten sie sowohl bei J\u00fcngeren als auch Erwachsenen viel mit\u00a0 Vergleichen und Bildern. Diese sind in der Regel bereits mit Bewegungsvorstellungen\u00a0 besetzt und brauchen nicht erst von der Sprache her im Gehirn transferiert werden. So w\u00e4re \u201esitz gerade\u201c bei einem Kind schwer umzusetzen. Sitz \u201ewie eine hochn\u00e4sige Prinzessin\u201c w\u00fcrde dagegen sofort die Idealeinradsitzhaltung ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Ach ja, noch etwas, jede Trainingsstunde h\u00f6rt mit einem, wenn auch noch so kleinem, Lernzuwachs, der auch mitgeteilt wird, auf.<\/p>\n<p>\u00a0<strong>Normalfahren<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>An der Art, wie ein K\u00f6nner auf dem Einrad \u201enormal\u201c f\u00e4hrt, kann man schon schlie\u00dfen, in welcher Qualit\u00e4t er vermutlich schwierige Tricks, wir sprechen im Einradenglisch von Skills, ausf\u00fchren wird. Der K\u00f6rper ist bei der Normalfahrt, wie auch bei vielen anderen Skills, gerade ohne Hohlkreuz und setzt sich ohne Knick von der Sattelstange aus fort. Die Muskulatur ist entspannt aber elastisch. Die Arme h\u00e4ngen ohne zu Pendeln am K\u00f6rper\u00a0 herab. Die gleichm\u00e4\u00dfige Tretbewegung wird zu keiner Zeit\u00a0 unterbrochen. Das Rad schl\u00e4gt beim Treten nicht zur Seite. Dies w\u00fcrde ja bedeuten, dass mehr Kraft, als f\u00fcr die Vorw\u00e4rtsfahrt ben\u00f6tigt wird, eingesetzt wurde und nun seitlich ausbricht. Die Fu\u00dfspitzen auf den Pedalen zeigen nach unten, um flie\u00dfend den toten Tretwinkel unten und oben zu vermeiden.<\/p>\n<p>Dies korrekte Normalfahren ist u. a. Vorraussetzung zum\u00a0 Fahren kleiner Kreise (Spins), f\u00fcr das Einbeinfahren und den Radlauf.<\/p>\n<p><strong>Kurve fahren<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man das Einrad seitlich kippt, f\u00e4hrt es einen Kreis. Es geht physikalisch auch nicht anders. Nichts anderes ist erforderlich, um saubere Kurven, ausgehend von der Normalfahrt, zu fahren. Der gleichm\u00e4\u00dfige sanfte Druck auf <span style=\"text-decoration: underline;\">beide<\/span>n Pedalen bleibt. Die Schulter bleibt ebenfalls gerade. Nur die H\u00fcfte knickt sanft flie\u00dfend zum gedachten Kreismittelpunkt hin ab. Anfangs gef\u00e4llt dem K\u00f6rper, wie der Anf\u00e4nger feststellen wird, die Kurvenfahrt nicht und er baut im Bauchraum Spannung auf, die schlie\u00dflich leicht zum Verrei\u00dfen f\u00fchrt. Um dies zu \u00fcberwinden reicht es aus, einige Male darauf zu achten, dass die Bauchdecke weich bleibt.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><strong>Aufstiege<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<strong><em>Normalaufstieg<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Niemand kann genau sagen, wie viele M\u00f6glichkeiten und Variationen des Aufstiegs es gibt.<\/p>\n<p>Der Normalaufstieg wird von \u00c4lteren leichter gelernt. F\u00fcr Auftritte und K\u00fcren ist er aber ungeeignet, weil er den Fluss des Geschehens zu sehr unterbricht.<\/p>\n<p>Beim Normalaufstieg hat der Einradfahrer den Sattel unter dem Ges\u00e4\u00df. Ein Fu\u00df ist auf der zum Boden gerichteten Pedale. Ohne besonderen Schwung (das Ges\u00e4\u00df bleibt unten)\u00a0 f\u00fchrt er seinen Fu\u00df, der bisher noch auf der Erde war, \u00fcber die obenstehende Pedale hinweg, kippt den Fu\u00df nach unten und zieht die Pedale nach hinten. Bis jetzt darf die Sattelstange noch nicht senkrecht zum Boden stehen. Durch das Zur\u00fcckziehen der Pedale wird die Stange des Einrads weiter aufgerichtet und der Fahrer mit dem Ges\u00e4\u00df nach oben gezogen. Der Fahrer streckt sich, w\u00e4hrend er nach oben gezogen wird. Bevor die Sattelstange im rechten Winkel zum Boden steht, bewegt er die Pedale nach vorne.<\/p>\n<p>\u00a0Der Einradfahrer muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass er nach dem Aufstieg nicht warten darf, bis sich seine Situation nach seinem Gef\u00fchl stabilisiert hat. Erst durch das Fahren wird volle Stabilit\u00e4t erreicht. Nun kann sich der Einradfahrer mit seinem vollen Gewicht auf dem Sattel niederlassen.<\/p>\n<p>\u00a0<strong><em>Standardaufstieg ohne Zur\u00fccktreten<\/em><\/strong><em> (\u201elangsamer Jet-mount\u201c)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Kinder und Jugendliche kommen in der Regel ohne jede Hilfe zu diesem Aufstieg. Das Prinzip ist einfach. <span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0Aus der Gehbewegung heraus<\/span> stellt der Einradfahrer mit wenig Aufdruck einen Fu\u00df auf die Pedale, die unten auf ihn zukommt und schiebt gleichzeitig mit der\u00a0 Hand von vorn den Sattel unter das Ges\u00e4\u00df. Durch den Fu\u00df auf der Pedale blockiert, kann das Einrad dem einwirkenden Bewegungsimpuls nicht nach vorne ausweichen. Darum steigt der Sattel mit dem Einradfahrer nach oben. Der andere Fu\u00df wird nun auf die vordere Pedale, die sic bis dahin kaum bewegt hat, gesetzt. Bedingt durch den Bewegungsimpuls verlagert sich der Schwerpunkt des Fahrers weiter nach vorn. Durch das im Anfang vorsichtige Vorw\u00e4rtstreten wird die einsetzende Fallbewegung nach vorn in eine stabile Fahrbewegung \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Sollte ein Kind einmal dennoch mit diesem Aufstieg Schwierigkeiten bekommen, reicht meist schon das Hilfsbild: \u201eDu musst dich dabei ganz leicht machen.\u201c<\/p>\n<p>Nach dem gleichen Prinzip gelingt der Aufstieg auch ohne Gehbewegung. Wichtig ist nur, dass ein st\u00e4ndiger Druck auf den Sattel ausge\u00fcbt wird.<\/p>\n<p>\u00a0<strong><em>Sidemount<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Dieser Aufstieg wird jetzt von der linken Seite her dargestellt. Analog ist dieses nat\u00fcrlich auch von der anderen Seite her m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Der Einradfahrer befindet neben dem Einrad. Sein linker Fu\u00df steht auf der sich unten befindenden Pedale. Das rechte Bein steht hinter der Pedale neben dem Einrad. Die rechte Hand des Einradfahrers h\u00e4lt den Sattel fest, schiebt ihn zur Seite und ein wenig nach hinten. Der Einradfahrer belastet mit seinem K\u00f6rpergewicht\u00a0 die Pedale. Der Sattel, der sich daraufhin auf den Fahrer hin zu bewegen will, wird in der vorherigen Stellung gehalten.\u00a0 Das rechte Bein wird zwischen dem linken und dem Einrad nach vorne bewegt, angehoben und \u00fcber den vorderen Teil des Sattels gef\u00fchrt. <span style=\"text-decoration: underline;\">Erst nun wird langsam der Sattel mit der Hand<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\">unter das Ges\u00e4\u00df geschoben<\/span>. W\u00e4hrenddessen greift der rechte Fu\u00df von vorn gegen die rechte Pedale und dr\u00fcckt sie nach hinten, bis die Sattelstange, die sich nach vorne bewegt, die gew\u00fcnschte Neigung zur Vorw\u00e4rtsfahrt erreicht hat. Durch Vorw\u00e4rtstreten wird das Einrad stabilisiert.<\/p>\n<p>Dieser Aufstieg ist, einmal beherrscht, sehr sicher, langsam und statisch stabil.<\/p>\n<p>\u00a0<strong><em>Jumpmount<\/em><\/strong><em> (Sprungaufstieg)<\/em><\/p>\n<p>Dies ist ein spektakul\u00e4rer aber sehr leicht zu erlernender Aufstieg.<\/p>\n<p>Als Erstes springt der Einradfahrer probeweise ohne Einrad, um herauszufinden, welches Bein er als vorderes bei diesem Aufstieg favorisiert.<\/p>\n<p>Der Trainer stabilisiert nun das Rad mit seinem Fu\u00df am Reifen und mit der linken Hand am Sattel und gibt zudem St\u00fctzung am Arm des Lernenden.<\/p>\n<p>Dann die Stabilisierung des Sattels nach und nach wegnehmen, um den Einradfahrer dazu zu bringen, sich beim Aufsprung nicht mehr am Sattel abzust\u00fctzen.<\/p>\n<p>Dann wird auch die Stabilisierung des Reifens weggenommen.<\/p>\n<p>Bei Einradfahrern, die leichte Angst vor dem\u00a0Sprung haben, gibt es auch die M\u00f6glichkeit, durch Matten die Angstschwelle zu verringern.<\/p>\n<p>Zum Schluss gibt es nur noch symbolische Hilfe am kleinen Finger.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><strong>R\u00fcckw\u00e4rts fahren<\/strong><\/p>\n<p>Zum Erlernen dieses Tricks ben\u00f6tigt man kaum nennenswerte Hilfen. Wichtig ist nur, das Becken vorzuschieben, damit die Sattelstange fast senkrecht ist, ohne den R\u00fccken in R\u00fcckw\u00e4rtsfahrtrichtung zu kippen.<\/p>\n<p>Diese Haltung ist im \u00dcbrigen bei allen R\u00fcckw\u00e4rtsfahrten sinnvoll.<\/p>\n<p>Die dargestellte Hilfe nimmt am Anfang ein wenig das ungute Gef\u00fchl, ohne Sichtkontakt zu fahren<\/p>\n<p>\u00a0<strong>Stand-Wipp<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0Stand-Wipp erm\u00f6glicht es dem Einradfahrer, mit seinem Einrad auf der Stelle zu verharren, ohne die F\u00fc\u00dfe zum Boden zu nehmen und ohne gr\u00f6\u00dfere Energie zu verbrauchen. Im Gegensatz zum <em>Freeze, <\/em>einem reinen Ballanceakt, bei dem das Einrad \u00fcberhaupt nicht bewegt wird, ist der Stand-Wipp sicher, dauerhaft und kalkulierbar.<\/p>\n<p>Die Sattelstange darf, was sonst instabilisiertend wirkt, den Winkel von 90 Grad nach vorn \u00fcberschreiten. Je geschmeidiger und entspannter die Gegenbewegungen des K\u00f6rpers zum Einrad sind, desto entspannender und kr\u00e4fteaufbauender\u00a0 ist auch diese Einradsituation f\u00fcr den Einradfahrer.<\/p>\n<p>Das Stand-Wipp kann der Lernende auch ohne Anleitung \u00fcber l\u00e4ngerer Zeit trainieren.<\/p>\n<p>\u00a0<strong>Enge Kreise (Spins) und Pirouetten<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Die einfache \u00a0Kurvenfahrt wurde unter \u201eKurven\u201c schon beschrieben. Sauberes Kreisfahren, bis hin zum Spin, also einen Kreis unter 1 m Durchmessser, schlie\u00dft sich daran an.\u00a0 Zur Erreichung des optimalen Spin ist folgendes zu beachten:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Aufrechter Sitz (Wirbels\u00e4ule und Sattelstange bilden eine Linie)<\/strong><\/li>\n<li><strong>Gleichm\u00e4\u00dfige Antrittsfrequenz <\/strong><\/li>\n<li><strong>Gleichm\u00e4\u00dfiger Antrittsdruck (Der Druck auf die Pedale ist beidseitig gleich und so gering wie m\u00f6glich; das Rad schwingt nicht mehr hin und her)<\/strong><\/li>\n<li><strong>Entspannte Bein- und K\u00f6rpermuskulatur <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Noch eine Anmerkung zur Armhaltung. Der K\u00f6rper sucht sich selber, entsprechend seiner Proportionen, die geeignete, wenn er daran nicht gehindert wird und die Arme entspannt bleiben.<\/p>\n<p>Die Kreise sind, wie gesagt, aufrecht sitzend zu fahren. Man erreicht sie zwar auch mit einer Vorlage des Oberk\u00f6rpers und das Verlagern des Ges\u00e4\u00dfes nach hinten ohne H\u00fcftknick.\u00a0 Dies sieht dann aber nicht nur etwas un\u00e4sthetisch aus sondern w\u00fcrde auch den verl\u00e4sslichen Aufbau einer senkrechten Wendel bei der anschlie\u00dfenden Pirouette behindern.<\/p>\n<p>Beim \u00dcbergang zur Pirouette unterbricht der Fahrer die Raddrehung und stellt die Pedale waagerecht und geht leicht auf die Zehenspitzen. Die Arme werden schnell aber flie\u00dfend vor der Brust gekreuzt und der K\u00f6rper soweit m\u00f6glich gestreckt. Die Drehung erh\u00f6ht sich. Bevor die Pirouette evtl. kippt, werden die Arme wieder seitw\u00e4rts gestreckt. Die Drehung verlangsamt sich und die Fahrposition kann stabilisiert werden.<\/p>\n<p>Der \u00fcbergangslose enge Spin aus der Geradeausfahrt gelingt, wenn man schnell <span style=\"text-decoration: underline;\">aber flie\u00dfend<\/span> die H\u00fcfte bei gerader K\u00f6rperhaltung stark in Richtung des Mittelpunktes des beabsichtigten Spins kippt.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<strong>Einbein<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Eine Methode des Ausformens dieses Tricks hat sich als sehr schnell und effektiv herausgestellt:<\/p>\n<p>Der Lernende sitzt auf seinem Rad und st\u00fctzt sich mit einem Arm an der Hallenwand ab. Einen Fu\u00df seiner Wahl setzt er auf die Radgabel. Der Helfer h\u00e4lt den freien Arm an der Hand und dem Ellenbogen fest. Nun versucht der Einradfahrer mit dem Fu\u00df auf der Pedale zu schwingen. Erst wenn ein gleichm\u00e4\u00dfiges, nach beiden Seiten hin hohes Schwingen erreicht ist und der K\u00f6rper dabei entspannt bleibt, geht es zu n\u00e4chsten Lernschritt \u00fcber.<\/p>\n<p>Der Einradfahrer wird weiterhin, f\u00fcr sein Empfinden sicher, mit zwei H\u00e4nden gehalten. Einbeinfahren funktioniert nur aufrecht und entspannt sitzend. Dem Lernende wird darum mit ruhiger Stimme geraten, trotz seiner Anspannung gerade und elastisch-entspannt zu bleiben. Es wird vereinbart Mit \u201eeins . . zwei. . .drei\u201c versucht man nun,\u00a0 aus der Pendel- in eine Drehbewegung zu kommen. Dann sofort nach den ersten erfolgreichen Raddrehungen wird das verbindliche Festhalten gelockert. Der Einradfahrer kann nur so lernen, durch Auspendeln des K\u00f6rpers seine Fahrt zu stabilisieren.<\/p>\n<p>Nach den ersten freien Fahrten durch die Halle mit Anfahrtunterst\u00fczung ist noch einmal dem Lernenden beim \u00dcbergang von der Normalfahrt zum Einbeinfahren zu helfen. Au\u00dferdem muss geraten werden, das Bein jeweils mit Muskelkraft wieder hochzuziehen, damit der Schwung des Rades nicht verbraucht und die Fahrt mit v\u00f6llig ruhigem Oberk\u00f6rper erreicht werden kann.\u00a0 <strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Radlauf<\/strong> (Wheelwalk)<\/p>\n<p>\u00a0Radlauf ist ein Skill, den sich<\/p>\n<p>Einradfahrer unter Anleitung gegenseitig erarbeiten k\u00f6nnen. Wichtig ist nur, die Lernenden zu informieren, vier Bedingungen verbindlich zu beachten:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Aufrechter Sitz<\/strong> (auch hier bildet die Sattelstange mit der Wirbels\u00e4ule eine Linie) Da man selber anfangs keine k\u00f6rperliche R\u00fcckmeldung des aufrechten Sitzes hat, ist gegenseitige Korrektur unverzichtbar.<\/li>\n<li><strong>Entspannte K\u00f6rpermuskulatur<\/strong> (Das Festhalten durch den Helfer muss anfangs sp\u00fcrbar sicher und verbindlich sein.)<\/li>\n<li><strong>Die Fu\u00dfspitzen zeigen bei der Ber\u00fchrung des Reifens leicht nach innen<\/strong> (Auch wichtig f\u00fcr andere Skills, z. B. Stand-Wheel-Walk).<\/li>\n<li><strong>Ununterbrochenes Treiben des Reifens<\/strong> (Ein Fu\u00df gibt \u00fcbergangslos an den anderen ab).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Treiben des Reifens durch die F\u00fc\u00dfe muss automatisch und rhythmisch werden. Bis sich diese Automatik verfestigt hat, vergehen meist einige Wochen.<\/p>\n<p>Der Radlauf wird beherrscht, wenn das getriebene Rad keine Seitenbewegungen mehr ausf\u00fchrt, ruhig-gleichm\u00e4\u00dfig l\u00e4uft und der K\u00f6rper des Einradfahrers keine\u00a0 Pendelbewegungen mehr ausf\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00a0Das Einbein-Wheel-Walk wird in der Regel beil\u00e4ufig gelernt. Der Trainer muss auch hier darauf achten, dass sich am Ende ein Gesamtbild wie beim normalen Radlauf zeigt. Wichtig ist, dass der Reifen unter dem Fu\u00df nicht durchrutscht, also gleitet.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<strong>Gliding<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Beim Gliding wird das auf Geschwindigkeit gebrachte Einrad durch Schleifen eines Fu\u00dfes auf dem Reifen kontrolliert.<\/p>\n<p align=\"left\">\u00a0Bevor der Lernende beginnt, sich diese Technik anzueignen, sollte erst einmal seine Ausstattung gepr\u00fcft werden. Gliding setzt gewisse Gleiteigenschaften voraus. Mit stark und grob profilierten Turnschuhen auf einem ebenfalls stark profiliertem Reifen l\u00e4sst sich selbst f\u00fcr den K\u00f6nner schwer gliden.<\/p>\n<p align=\"left\">Es gibt zwei M\u00f6glichkeiten, zur Glidinghaltung zu kommen:<\/p>\n<p align=\"left\">1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Aus der Standardfahrsituation. Hier ist es erforderlich, parallel ein Bein auf den Rahmen und das andere auf den Reifen zu setzen.<\/p>\n<p align=\"left\">2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Aus der Einbeinsituation. Ein Bein befindet sich bereits auf dem Rahmen; es muss nur noch ein Bein koordiniert werden.<\/p>\n<p align=\"left\">Welche M\u00f6glichkeit gew\u00e4hlt wird, h\u00e4ngt auch davon ab, wie ge\u00fcbt der Einradfahrer bereits in der Einbeintechnik ist.\u00a0 Da das Gliding aber Einstieg f\u00fcr weitergehende Tricks ist, muss ohnehin der \u00dcbergang aus der Einbeinsituation irgendwann beherrscht werden.<\/p>\n<p align=\"left\">Das Anfahren muss ruhig erfolgen.<\/p>\n<p align=\"left\">Beim \u00dcbergang ins Gliding sollte ruckartiges\u00a0 Nachvornebeugen, also der Schutzreflex, der anfangs immer eintritt,\u00a0 zunehmend vermieden werden.<\/p>\n<p align=\"left\">Auch beim Gliding setzt sich die Stange in der Wirbels\u00e4ule fort.<\/p>\n<p align=\"left\">Nur bei Kurvenfahrten beugt sich der Oberk\u00f6rper automatisch leicht vor.<\/p>\n<p align=\"left\">Bei Anf\u00e4ngern kann es hilfreich sein, von zwei Freunden ein paar Mal gezogen zu werden, um erst einmal Erfahrungen mit dem notwendigen Andruck und der dabei aufrechten K\u00f6rperhaltung zu machen.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Schritt beim Gliding sollte dann das Verlagern des gleitenden Fu\u00dfes auf die Gabel sein. Der Andruck kann dadurch noch geringer gehalten und besser kontrolliert werden und die \u00dcberg\u00e4nge zum Standgliding oder Standcoasting werden wesentlich leichter.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Coasting<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">(Das Rad l\u00e4uft frei. Ein Fu\u00df oder beide F\u00fc\u00dfe stehen oben auf der Gabel.)<\/p>\n<p align=\"left\">\u00a0Wie\u00a0 sie sehen, gibt es zwei M\u00f6glichkeiten zu Coasten. Schauen wir uns erst einmal den Aufbau des Coastens mit beiden Beinen auf der Gabel an.<\/p>\n<p align=\"left\">Wichtig ist das ruhige Anfahren im Einbein. Der K\u00f6rper schwingt nicht. Bei v\u00f6llig entspannter Muskulatur wird der zweite Fu\u00df ebenfalls auf die Gabel verlagert. Der Oberk\u00f6rper geht ganz leicht nach Vorne. Coasten in dieser Weise ist nur mit leicht schwingendem Oberk\u00f6rper auf Dauer stabil. Das Schwingen wird mit einer kleinen Vorw\u00e4rtsbewegung begonnen. Bei Kurvenfahrten geht der K\u00f6rper von allein ein wenig weiter nach vorn. Die Geradeausfahrt wird danach wieder mit dem Aufrichten hergestellt.<\/p>\n<p align=\"left\">\u00a0Die zweite Art des Coastens ist die mit nur einem Bein auf der Gabel.<\/p>\n<p align=\"left\">Das Anfahren aus der Einbeinsituation ist gleich. Das tretende Bein wird nun leicht nach vorne gehalten, der Oberk\u00f6rper wird leicht zur\u00fcck genommen. Das Coasten ist in dieser Form auch bei v\u00f6llig ruhigem Oberk\u00f6rper stabil. Die Stabilisierung \u00fcbernimmt hier der leicht schwingende Fu\u00df. Der K\u00f6rper wehrt sich anfangs dagegen, den K\u00f6rper ruhig zu halten. Die Ausgleichsimpulse sollte aber m\u00f6glichst nicht umgesetzt werden.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Kurvenfahrt leitet der K\u00f6rper auch hier allein durch leichtes Vorbeugen ein.\u00a0<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Seat in-front<\/strong> (auch als \u201eRodeo\u201c bekannt)<\/p>\n<p>\u00a0Der Ablauf dieses Tricks:<\/p>\n<p>Langsam Anfahren,<\/p>\n<p>dann bei Waagerechtstellung der Pedalen auf die Zehenspitzen gehen,<\/p>\n<p>mit <span style=\"text-decoration: underline;\">einer<\/span> Hand den Sattel nach vorne herausziehen, die Hand zum hinteren Teil des Sattels rutschen lassen.<\/p>\n<p>Der Trick sollte, korrekt gefahren, m\u00fchelos aussehen. Der K\u00f6rper des Fahrers und die Sattelstange bilden ein V.<\/p>\n<p>Die Hand h\u00e4lt den Sattel, der nicht schwingen darf, ganz leicht. Die Fahrruhe, der ruhige Geradeauslauf des Rades wird dadurch erreicht, dass der Andruck auf die Pedalen immer weiter verringert wird, bis der Tretimpuls gerade noch f\u00fcr die Vorw\u00e4rtsfahrt ausreicht und nicht mehr nach den Seiten hin ausbrechen kann.<\/p>\n<p>Der Sattel wird im gleichen Ablauf wie beim Herausnehmen, in Fu\u00dfspitzenposition, mit <span style=\"text-decoration: underline;\">einer<\/span>\u00a0 wieder von vorn unter das Ges\u00e4\u00df geschoben.<\/p>\n<p>\u00a0<strong>Seat in-back<\/strong> (auch Rodea genannt)<\/p>\n<p>\u00a0Der Ablauf entspricht analog dem beim Seat in-front, nur dass der Sattel nach hinten herausgezogen wird.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Seat in-back-Spin<\/strong> (auch als Rodea-Spin gel\u00e4ufig)<\/p>\n<p>\u00a0Der Fahrer zieht aus der Seat in-back-Position den Sattel an seine H\u00fcfte und erreicht die <strong>Seat in-Side-Position<\/strong>. Jetzt kommt es erst einmal darauf an, so wenig als m\u00f6glich Druck auf die Pedalen auszu\u00fcben und die Beinmuskeln zu entspannen. Das Treten wird nun leichter. Nun zieht der Fahrer das Sattelhorn an der Spitze gehalten leicht nach hinten zum H\u00fcftknochen hin und richtet sich v\u00f6llig auf. Das Treten wird nun sehr leicht und die Drehung schneller. Um Unwuchten zu vermeiden, wird nun der Arm an den\u00a0 K\u00f6rper gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Trick sieht spektakul\u00e4r aus, ist aber relativ schnell zu erlernen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Stand-up (-wheelwalk)<\/strong>; auch Standwalk genannt<\/p>\n<p>\u00a0Das Entscheidende ist, auf dem Einrad f\u00fcr den Stand-up eine statisch solide Situation aufzubauen. Das Auf- und Absteigenlernen und das Fahren selber gelingen dann recht fl\u00fcssig.<\/p>\n<p>Das Bein, das auf der Gabel steht, ist leicht gebeugt und entspannt. Das andere Bein wird von der H\u00fcfte ab bis zum Fu\u00df steif gehalten. Es gibt dem Fahrer Stabilit\u00e4t und treibt den Reifen voran.<\/p>\n<p>Wichtig ist nun, den K\u00f6rper v\u00f6llig aufrecht zu halten. Die Sattelstange setzt sich ohne Knick in der Wirbels\u00e4ule fort. (<span style=\"text-decoration: underline;\">Bitte auf jeden Fall ein<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\">Hohlkreuz vermeiden<\/span>.) Ist dies erreicht, pendelt der Sattel locker zwischen den Beinen. Dies ist Bedingung f\u00fcr die korrekte Ausf\u00fchrung des Tricks.<\/p>\n<p>Nun wird der Reifen mit kurzen Beinbewegungen vorangetrieben. <span style=\"text-decoration: underline;\">Bitte das Gleiten auf dem Reifen vermeiden. <\/span><\/p>\n<p>Der Schutzreflex im Bauch zwingt den R\u00fccken st\u00e4ndig nach vorne. Dies muss in der ersten Zeit fortw\u00e4hrend ausgeglichen werden.<\/p>\n<p>Das Aufsteigen erfolgt aus der Einbeinposition. Der K\u00f6rper muss f\u00fcr einen Sekundenbruchteil zur Ruhe gekommen sein, sonst treibt seine \u201etr\u00e4ge Masse\u201c ihn nach vorn und das Aufsteigen misslingt.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Aufsteigen wird mit lockerer Muskulatur nur die Kraft aufgewandt, die f\u00fcr das Aufrichten erforderlich ist. Jede Kraft mehr, w\u00fcrde unten im Rad ausbrechen und den Trick gef\u00e4hrden. Es wird sofort die endg\u00fcltige v\u00f6llig aufgerichtete Position eingenommen.<\/p>\n<p>Es empfiehlt sich, das Auf- und Absteigen sofort ohne Handunterst\u00fctzung zu lernen.<\/p>\n<p>Das Absteigen erfolgt aus der aufrechten Position. Zu gro\u00dfes Vorbeugen w\u00fcrde den Schwerpunkt leicht nach vorn verschieben und in die Gefahr des unbeabsichtigten Abstiegs bringen.<\/p>\n<p>\u00a0<strong>Standgliding<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0Es gelingt schnell, diesen Trick zu lernen, wenn man Gliding mit beiden F\u00fc\u00dfen auf der Gabel und Standwheelwalk beherrscht.<\/p>\n<p>Wichtig ist nur, sich aus der Fahrt mit so wenig Kraft als m\u00f6glich und mit entspannter Muskulatur ohne \u00dcbergang sofort v\u00f6llig aufzurichten. Beide F\u00fc\u00dfe stehen beim Hochgehen auf den Platten der Gabel. Oben wird die Stange in der Regel nach vorne verschoben sein und muss sofort wieder mit den Kniekehlen nach hinten gebracht werden.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Standcoasting<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0Es gelingt auch schnell, diesen Trick zu lernen, wenn man sicher Coasting mit beiden F\u00fc\u00dfen auf der Gabel und Standwheelwalk beherrscht.<\/p>\n<p>Angefahren wird mit Coasting oder Gliding.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Schritte sind die mit denen zum Standgliding identisch, also\u00a0 aus der Fahrt mit so wenig Kraft als m\u00f6glich und mit entspannter Muskulatur ohne \u00dcbergang sofort v\u00f6llig aufzurichten, beide F\u00fc\u00dfe auf den Platten der Gabel und oben die Stange nach hinten bringen. Oben angekommen nimmt der Coaster die typische Skifliegerhaltung ein. Diese Position ist sehr fahrstabil. Nichtsdestoweniger verlangt der K\u00f6rper in der ersten Zeit st\u00e4ndig nach Korrekturen, die aber unterlassen werden sollten. Ein Knick in der H\u00fcfte, anstelle der durchgehenden runden R\u00fcckenspannung, f\u00fchrt in der Regel zum Abbruch des Tricks.<\/p>\n<p>Auch hier beugt sich der gespannte K\u00f6rper bei Kurvenfahrten von selber vor.<\/p>\n<p>\u00a0<strong>Dragseat<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0Dragseat setzt sich aus drei Teilen zusammen:<\/p>\n<p>Normales Anfahren<\/p>\n<p>Rodeo oder Rodea (je nachdem, ob der Sattel nach vorn oder hinten abgelegt werden soll)<\/p>\n<p>Eigentliches Dragseat mit Aufheben des Sattels.<\/p>\n<p>\u00a0Das ruhige Balancieren auf dem Einrad ohne Kontakt mit dem Sattel beansprucht die Rechenleistung des Gehirns sehr. Zus\u00e4tzliches, wie bewusstes Fallenlassen oder Aufheben des Sattels, kann zumindest bei Anf\u00e4ngern das Leistungsverm\u00f6gen \u00fcberfordern. Diese Anteile sollten deshalb zuerst \u201eautomatisiert\u201c werden.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<strong>Dragseat mit Sattel nach vorn<\/strong>:<\/p>\n<p>\u00a0Ruhige Normalfahrt; die Beine sind entspannt, das Gewicht der F\u00fc\u00dfe auf den Pedalen wird bewusst wahrgenommen. Sanfter \u00dcbergang in Rodeo. Der Sattel wird nur leicht gehalten, schwingt aber trotzdem nicht. Jetzt beim Fallenlassen des Sattels bleibt die Aufmerksamkeit\u00a0 weiterhin ungeteilt bei dem sehr leichten Druck der F\u00fc\u00dfe auf den Pedalen. Das Fallenlassen wird durch die Ruhe des Sattels in der Hand ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Wenn das Rad beim Dragseat hin- und herschwingt wird der Druck der F\u00fc\u00dfe auf beide Pedalen noch verringert. <strong>Der K\u00f6rper hebt \u201eautomatisch\u201c den Sattel auf, wenn das Rad nicht mehr schwingt. Auch jetzt bleibt die volle Aufmerksamkeit bei den F\u00fc\u00dfen auf den Pedalen. Das Aufheben erfordert ein leichtes In-die-Knie-gehen, wenn nicht die zweite Variable des Aufhebens fast im Stand mit einem Fu\u00df gew\u00e4hlt wird. <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Dragseat mit Sattel nach hinten<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0Der Ablauf dieses Tricks ist im Ablauf \u00e4hnlich zum Dragseat in front. Beim Aufheben gibt es auch zwei\u00a0 M\u00f6glichkeiten (Aufheben mit der Hand oder mit der Hacke des Schuhs)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter Hahn\u00a0\u00a0 4\/06 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hahn.BJMP@t-online.de Die rot markierten Stellen sind spezielle Infos f\u00fcr Eltern und Trainer Das Einradfahren Informationen zum schnellen Lernen und Vermitteln f\u00fcr Trainer und Lernende \u00a0 \u00a0Grundbedingungen des Einradfahrens und \u2013lernens \u00a0Einradfahren ist einst\u00e4ndiger Balancevorgang. 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